Archiv für das Tag 'kulturelle Unterschiede'

Gruppenprojekte

Clude 6. October 2009

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich über die unterschiedlichen Teaching-approaches schon geschrieben habe. Auf jedenfall sind die Vorlesungsevaluationen ganz anders als in Bern. Gruppenprojekte, welche zwischen 20 und 30% der Gesamtnote ausmachen, gibt es in fast jeder Vorlesung. In der Vorlesung Business&Management in Japan müssen wir sogar 2 Arbeiten schreiben und anschliessend präsentieren. Heute haben wir unsere Companyanalyse über Toyota präsentiert. Die Mitstudenten versuchten uns das Leben extrem schwer zu machen, indem sie uns knifflige Fragen stellten. Wenn wir schlechter aussehen bei der Präsentation, sehen sie besser aus und sie kriegen eine bessere Bewertung - so lautet das Motto hier an der Korea Universität. Zu deren Pech waren wir aber gut vorbereitet und konnten unsere Argumente gut präsentieren. :)

Die Arbeit zu schreiben war hingegen mühsam. Eigentlich nicht schwierig - aber es war aus für mich unerklärlichen Gründen nicht einfach einen Termin zu finden wo wir sie besprechen konnten. So kam es, dass wir am Abgabetag, 5min nach dem die Vorlesung schon begonnen hatte, unsere Arbeit fertig ausdruckten… Naja.. schliesslich kam dann alles zu unseren Gunsten heraus..

Folgende Projekte stehen demnächst an: Eintrittsstrategieevaluation von Carrefour, Eintrittsstrategie in Japan für eine bestimmte Unternehmung formulieren, Studie über Koreaner in ausländischen Unternehmen.

Desweiteren werden wir noch 2 kleine Gruppenarbeiten in Corporate Finance erledigen müssen. Das wird wahrscheinlich bloss irgendwas zu berechnen geben. Danach muss ich in Cross-Cultural-Management noch drei weitere individuelle Assignments abgeben.

Und in 2 Wochen sind schon Midterm Exams. Glücklicherweise habe ich nur in 2 Vorlesungen eine Prüfung. :)

Was alles so anders ist

Clude 16. September 2009

Ich bin jetzt schon 2.5 Monate in Seoul und vieles ist bereits ganz normal für mich geworden. Ich muss nicht mehr alle 100m stehen bleiben und über irgendetwas staunen. Mein Bruder, der seit Dienstag hier ist, machte mich aber auf genau solche Unterschiede zur Schweiz wieder aufmerksam.

  • Töfffahrer verhalten sich hier wie Fussgänger. Sie tragen meist auch keine Helme und warten bei rot neben den Fussgängern und überqueren genau wie wir bei grün die Strasse. Fahren sie dann mal auf der Strasse scheinen Ampeln keine grosse Bedeutung zu haben.
  • Kirchen: Es hat hier unzählige Kirchen. Ich blieb einmal nachts stehen und hab die Kreuze an den Häusern gezählt. Ich konnte 7 Stück sehen. Von meinem Zimmer aus sehe ich auch ein Kirchenkreuz. Am Morgen, nachdem ich aufstehe, höre ich immer jemanden aus dieser Richtung schreien. Mein Koreanisch ist leider noch nicht gut genug um es zu verstehen.
  • Nebst den vielen Kirchen laufen in Myeong-Dong auch Typen mit dem Megaphon rum und versuchen die Leute zum Christentum zu bewegen. Dabei sprechen sie nicht nur Koreanisch.
  • “Ja” heisst auf Koreanisch “ne” und “nein” heisst auf Koreanisch “anieyo”. Ziemlich verwirrend nicht wahr?
  • Geht man in ein Restaurant essen, so werden etliche Nebengerichte serviert. Diese werden unter den Gästen geteilt. Jeder bedient sich direkt von diesen Tellern. Sobald sie leer sind, werden sie vom Personal wieder aufgefüllt.
  • Ein Durchgang bei der Waschmaschine dauert hier standardmässig etwa 1h 40min.
  • An jeder Ecke kriegt man hier Icecream serviert. Da kann ein Schleckmaul wie ich kaum widerstehen :)

Mehr fällt mir im Moment grad nicht mehr ein. Mein Bruder wird mich aber bestimmt auf weitere Unterschiede aufmerksam machen.

Nahrhaftes!

Clude 26. July 2009

Heute schreibe ich wieder mal etwas zu meinem Lieblingsthema - dem Essen :)

Dieses Wochenende habe ich 4x traditionell koreanisch gespiesen. Was meine ich damit? Bestimmt nicht Hundefleisch, nein sondern dass man auf dem Boden, beziehungsweise einem kleinen dünnen Kissen sitzt. Für mich war das aber eher unangenehm, da ich es absolut nicht gewohnt bin im Schneidersitz für eine längere Zeit zu sitzen. So war ich jedes Mal froh, wenn wir das Restaurant verlassen haben. Mir wurde, dann noch nahegelegt den Lotossitz auszuprobieren, weil der auch bequem sei.. Hierzu verweise ich auf Wikipedia. :)

Dennoch war das Essen meistens gut. Ich sage jetzt “meistens”, weil immer sehr viel Verschiedenes serviert wird. So findet man immer etwas das man gerne mag. Die Koreaner nennen die Nebengerichte übrigens 반찬 (Banchan). Davon kann man immer endlos nachbestellen.

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Unter anderem habe ich dieses Wochenende zum ersten Mal koreanisch gefrühstückt. Für mein Verständnis war es aber eher eine Art Brunch. Es wurde viel Fisch, Gemüse, Tofu und Reis serviert. Da ich Fisch nicht mag, haben sie extra für mich eine Art Schweinesuppe hergerichtet. Das koreanische Essen ist in seiner Fülle sehr lecker. Allerdings muss ich eingestehen, dass mir westliches Frühstück doch besser schmeckt. :)

Die Eishalle - der beste Ort um der Hitze zu entfliehen!

Clude 23. July 2009

Vor kurzem war ich wieder einmal skaten in der Eishalle. Da sich auf dem Campus der Korea University eine Eishalle befindet, habe ich zu Fuss nur cirka 15-20 Minuten um dahin zu gelangen. Wenn das Timing aber stimmt kann ich unten am Hügel einen Bus nehmen und muss nicht die ganze Strecke laufen. In dieser Eisbahn muss man keinen Helm tragen. Handschuhe sind aber nach wie vor obligatorisch. Geöffnet ist sie übrigens das ganze Jahr durch von 14-18 Uhr für freies Eislaufen. Jedoch ist man in seiner Bewegungstätigkeit eingeschränkt. Man darf nur in eine Richtung fahren. In der Mitte befinden sich die Eiskunstläufer, welche von den kleinen angehenden Eisschnellläufern umgeben sind. Und am Rand zwischen Bande und Torlinie befinden sich die Schulklassen. Letzten Samstag waren übrigens wohl etwa 300 Leute auf dem Feld. Ausser bei Meisterfeiern und in Korea sind sonst nie so viele Leute auf dem Eis.

Die zwei Bilder wurden an einem Wochentag geschossen. Da waren zum Glück nicht viele Läufer da.

<Digimax i6 PMP, Samsung #11 PMP> <Digimax i6 PMP, Samsung #11 PMP>

Gestern habe ich zudem noch zwei Freunde vom Korea University Eishockeyteam getroffen. Sie werden mich mit einer Leihausrüstung austatten damit ich bei ihnen mitspielen kann. Das heisst ich muss jetzt nur noch Stock, Glöggeler und die sonstigen Accessoires besorgen. Die Mitgliedsgebühr beträgt 50′000 Won im Monat. Ich glaube das ist durchaus vernünftig. 1x 2h Training und 1 Spiel in der Woche sind dann angesagt. Als Neumitglied kriege ich die ersten 3 Monate leider kein eigenes Jersey mit Nummer und Namen. Danach muss ich mir für 170′000 Won ein Heim- und Auswärtsjersey inklusive Heim- und Auswärtsstulpen besorgen.

Ich war allerdings erstaunt als mir Kjungsok, einer der Spieler, erzählt hat, dass ich der Jüngste im Team bin. Bisher war er mit 25 Jahren der Jüngste. Und in Korea ist es Brauch für einen Mann einen älteren Mann Hyong zu nennen (Das kommt mir sogar noch ein wenig entgegen, denn die koreanischen Namen sind mir immernoch fremd und ich habe Mühe mich an alle zu erinnern). :) So kann ich alle Teammitglieder mit Hyong ansprechen. Frauen nennen ältere Frauen hingegen Onni. Männer nennen ältere Frauen jedoch Nuna. Und soweit ich das richtig verstanden habe, nennt man die jüngeren Personen beim Namen. Achja und ältere Leute nennt man entweder Ajumma für Frauen oder Ajoshi für Männer. Allerdings hören ältere Frauen Ajumma nicht gerne, wenn sie nicht verheiratet sind. Deshalb ist es eventuell besser die Bedienung in Restaurants einfach Yogiyo zu nennen.