Archiv für das Tag 'Vorlesungen'

Rückblick..

Clude 6. January 2010

Seit 2 Wochen bin ich wieder in der Schweiz. Die Heimreise dauerte insgesamt 30h wovon ich 17h im Flieger sass. Es fühlt sich einerseits gut an wieder zu Hause zu sein, andererseits auch ein wenig komisch. Es ist jedoch schön wieder Freunde und alte Bekannte zu treffen. Die letzten 6 Monate waren sehr intensiv, ich durfte viel erleben, habe mich gut in Korea integriert und war deshalb auch ein wenig traurig das Land zu verlassen. Aber Kapitel im Leben enden und neue beginnen…

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll mit dem Rückblick. Ich bin in Korea wirklich gut zurechtgekommen. Da die meisten meiner Freune Koreaner/innen waren, lernte ich viel über das Land Korea und dessen Kultur kennen. Korea ist in seiner Art doch sehr verschieden von anderen Ländern. Es ist geprägt von der Geographie (viele kleine Gebirge und Agrarwirtschaft), von historischen Geschehnissen (isoliertes Königreich und Einfälle von benachbarten Ländern), von der Religion (Konfuzianismus und Buddhismus) und der Sprache (Hoher Kontext im Sprachgebrauch und verschiedene Adressformen je nach Hierarchie in der Gesellschaft). Generell wird in der Koreanischen Kultur mehr Wert auf Beziehungen gelegt und die Gruppe steht über dem Individuum. Der Status einer Person ist hier enorm wichtig. Beispielsweise ist es sehr wichtig an welcher Universität man studiert. Der Abschlusstest des “Gymnasiums” bestimmt über die Universität und damit die Zukunft. Schliesst man nur durchschnittlich ab, bleiben die Tore der “grossen” Universitäten geschlossen. Dadurch hat sich aber ein gewisses Alumnisystem gebildet. Ehemalige Studenten beispielsweise von der Korea University sympathisieren sehr stark mit anderen Korea University Studenten.

Was kann ich über die Stadt sagen? Man darf keine Probleme mit vielen Leuten um sich haben. Der Hauptteil der Stadt hat circa 10 Millionen Einwohner und mit der Agglomeration steigt die Zahl auf 24 Millionen an. Die hohe Konzentration von Leuten lässt Seoul nie schlafen und man kann immer etwas unternehmen. Wenn ich mit dem Taxi morgens um 3 Uhr nach Hause fuhr, konnte ich immer gleich noch frische Milch für den nächsten Morgen kaufen. Es gab daher auch wenige Tage an denen mir langweilig war.

Da ich als Student in Seoul war, kann ich natürlich viel über die Uni schreiben. Ich habe 4 Kurse besucht. 2 davon waren interessant, einer durchschnittlich und einer schlecht. Ein Kurs handelte über Cross-Cultural-Management. Dieser Kurs schien sich als Glückfall herauszustellen. Gerade während eines Auslandsaufenthaltes ist es sehr spannend über verschiedene Kulturen, deren Verhalten und dessen Gründe, Verhandlungsverhalten, Cross-Border Merger & Acquisition oder Expatriation zu sprechen. Die Vorlesung über Business und Management in Japan war auch sehr interessant. Eine Serie von Vorträgen über japanische Firmen machten die Vorlesung sehr anschaulich. Corporate Finance war eher trocken und ermüdend zum zuhören, aber reich an Konzepten zum lernen. International Business war ein Reinfall. Jede zweite Vorlesung wurden Business Cases besprochen. Die Vorträge sowie die folgenden Diskussionen waren aber ziemlich schlecht. Da 10% der Evaluation von der aktiven Teilnahme an den Diskussionen abhängt, gab es einige Studierende, welche ihren Senf überall dazu geben mussten.

Auch wenn es manchmal beim Begehen der Bibliotheken den Anschein machte, die Universität besteht hier nicht nur aus Vorlesungen und Lernen. Es gibt unzählige Studentenvereinigungen, welche sich auch in die 2 Studentenhäuser eingemietet haben. Bis spät nachts hörte man Musik aus den Räumen der Häuser. Generell sind die Studenten stolz auf ihre Universitäten. Viele tragen Korea Uni Jacken, T-Shirts oder Pullover. Die Ko-Yon Games bestätigen dies klar. Hier habe ich noch ein kleines Video davon: www.clude.ch/files/videos/MOV01296.MPG

Ansonsten hat Korea wirklich viel zu bieten - Von einer langen Geschichte und Tradition über Kunst und Mode bis hin zu topmoderner Technologie. Die Frage, ob ich wieder nach Korea gehen würde, sofern sich die Chance bietet, kann ich klar bejahen. Ich empfehle einen Auslandsaufenthalt an einer fremden Uni weiter. Es ist nicht nur fachlich, sondern auch persönlich eine Bereicherung.

Semesterstart

Clude 4. September 2009

So, das Semester hat letzten Montag offiziell begonnen. Der Campus ist nun ziemlich belebt. Die Busse fahren jetzt auch in 10min Rhythmus durch den Campus, so dass ein schnelles Herumkommen ermöglicht wird. Überall hängt irgendwelche Werbung für Studentenclubs, Firmenpräsentation etc. Und bis spät in die Abendstunden sieht man noch Studenten Gebäude verlassen oder andere die draussen Basketball spielen.

In dieser Woche läuft noch die sogenannte drop&add period. Ich kann meine Kurse noch tauschen, sofern der gewünschte Kurs noch nicht voll ist.  Diese Chance habe ich dann auch genutzt und den Kurs “Investments” mit “Regional Studies - Business and Management in Japan” ersetzt. Der Besuch beider Vorlesungen bestätigte meinen Entscheid. Folgende Kurse besuche ich in diesem Semester jetzt:

  • Regional Studies - Business and Management in Japan
  • International Business
  • Topic Course - Cross Cultural Management
  • Corporate Finance
  • Korean Beginner Level 2

Wo sind die Unterschiede zu den Kursen an der Uni Bern? Bis auf die Vorlesung “Corporate Finance” ist die Klassengrösse um ein Vielfaches kleiner. Interaktivere Vorlesungen und Diskussionen werden dadurch ermöglicht. Überall fliesst die Partizipation an den Diskussionen mit in die Notengebung. Jeweils 10 oder 20%. Zusätzlich sind die Professoren ziemlich strikt betreffend Absenzen. Die Anwesenheit wird kontrolliert und bei dreimaligem untenschuldigtem Fernbleiben fällt man automatisch durch den Kurs durch. Soweit ich bis jetzt urteilen kann, müssen sich die Studenten hier viel öfters mit Literatur auseinander setzen. Aus den Syllabi entnehme ich, dass in jedem Kurs ausser “Corporate Finance” 1-2 Artikel pro Woche gelesen werden müssen.